Die deutsche Literatur des Barock - Marian Szyrocki

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Renaissance, Barock, Manierismus

...Es wird nun alles über sich selbst hinaus gesteigert. Antithetik, Intensivierung und Häufung, das Drängen des Gedichts gegen das Ende, die Pointierung, kettenartige Aufzählungen, Gleichnisse und Wortspiele und die Such nach Dissonanzen und Widersprüchen charakterisieren nach Strich den Sprachstil der Epoche... (10)

...Ernst Robert Curtius schlägt vor, dafür den Begriff "Manierismus" zu verwenden, und zwar "für alle literarischen Tendenzen (...), die der Klassik entgegengesetzt sind, mögen sie vorklassisch oder nachklassisch oder mit irgendeiner Klassik gleichzeitig sein". Nach Curtius ist der Manierismus "die Komplementär-Erscheinung zur Klassik aller Epochen"; er wird somit als überzeitliche Stilklassifikation gefaßt, die den historisch gebundenen Barockbegriff in sich aufnehmen kann..."Der Manierist will die Doinge nicht normal, sondern anormalsagen. Er bevorzugt das Künstliche und Verkünstelte vor dem Natürlichen. Er will überraschen, in Erstaunen setzen, blenden. Während es nur eine Weise gibt, die Dinge natürlich zu sagen, gibt es tausend Weisen der Unnatur.... (13)

Christlicher Stoizismus

...Die Betrachtung des Zeitgeschehens stimmt den Barockdichter pessimistisch. Die Skepsis der späten Humanisten wird im 17. Jahrhundert durch eine oft aufdringlich bekundete Vergänglichkeitsstimmung verdrängt, der Optimismus der Renaissance durch den Pessimismus des Barock. Den zahlreichen Neuentdeckungen der Wissenschaft schenkt man zwar größte Aufmerksamkeit, doch man betrachtet sie im Endresultat mit der üblichen vanitas-Skepsis... (21)

...nichts zu ändern ist... (22)

...Im Barockzeitalter erhielt diese constantia-Auffassung neue Züge, da sie aufs engste mit der vanitas-Idee verkettet wurde. Die Menschen dieser Epoche betrachten Zeit und Ewigkeit aus einer wissenden Distanz, und indem sie ihr endgültiges Ziel einzig im Jenseits sehen, fühlen sie sich imstande, dank ihrer Heilshoffnung allen Widerwärtigkeiten der Welt und somit auch der Vergänglichkeit zu trotzen... (23)

Weltbild

...Der Dichter folgert per visibilia ad invisibilia, von der sichtbaren Welt auf die unsichtbare, göttliche... (24)

...So sehen sie in die Entsprechung der Dreieingikeit Gottes in den drei Grundelementen Schwefel, Salz und Quecksilber... (24)

...Der Dichter stellt seine Erfahrungen als Exempel des menschlichen Lebens hin, und immer wieder zieht er Vergleiche zwischen seinem Ich und der Menschheit zwischen Individuum und Allgemeinheit.... (26)



References:

Marian Szyrocki. Die deutsche Literatur des Barock. Reclam. 2010.
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