Themen in Leo Armenius (by Andreas Gryphius)





Catharsis (in prologue)
"Die Alten gleichwohl haen diese art zu schreiben nicht so geringe gehalten / sondern als ein bequemes mittel menschliche Gemütter von allerhand unartigen und schädlichen Neigungen zu säuber / gerühmet..." (Arnold 96)

Context
"Das Trawerspiel beginnet den Mittag vor dem heiligen Chirsttage; wehret durch die Nacht / und endet vor aufgang der Sonnen." (99)

Vergänglichkeit
"Das lange werck. wer Gott in striet außtag't /
Wird asch / und staub / und dunst / und rauch / und wind." (142)

Metaphysical intent conveyed through dream
Leo: Der Himmel hat durch träum offt grosse ding entdeckt. (149)
and antithesis
Exabolius: Der wahn hat offt durch träum' ein müdes hertz erschreckt. (149)
(Leo is "proven" to be right by the content of the drama)

Similarity to Tyche (diabolic character) in Cardenio and Celinde
Jamblichus: ...Wo du durch Brund hand / die Brüder hast getödtet;
Und den unschamfafften Sohn durch der Eltern blutt erröttet.
Wo du durch Bruder hand / die Brüder hast getödtet;
Und den unschamhafften Sohn durch der Eltern blutt erröttet.
Wo du was künfftig offt erklär't
In einer Jungfraw'n eingeweide
Die durch des eignen Vaters schwerdt Geopffert in der wüsten Heide.
Wo eines Knaben abgehawen Haupt
Durch dich  / was man nicht wust' / entdeckt.
Wo fern ein Kind das von der Brust geraubt /
Mit nutz dir an den Pfaal gestecket /
Wo einer schwangern Leib / noch lebend aufgeschnitten:
Um dir genug zu thun / um dich zu überbitten:
Wo eine Mutter selbst was sie gebahr verzehrt... (159)

Morality of the "devil"
Der Geist: Deß Kesers Thron zubricht / doch mehr durch list / als stärcke /
Wo man kein blut vergeußt / geht man mit Mord zu wercke: (160)

Handeln vs. Reden
4. Verschworener: Wer / wo kein Vortheil ist ein grimmes Thier verletzet:
Gleicht dem / der ohne Pfeyl und Hunde Lewen hetzet.
Crambe: Man greift / wo / wenn / und wie man mag Tyrannen an.
4. Verschworener: Der warn't wer nicht zugleich angreift und tödten kan.
Crambe: Ein schnelles schwerde verricht weit mehr denn langes dichten:
4. Verschworener: Ein Kluger Kopff kan mehr denn tausend spieß' außrichten. (162)

Victim of tragedy dies kissing cross
Botte: ...Und ihm mit einem streich so Arm' als Creutz abnahm.
Man stieß in dem er fiel / ihn zweymal durch die brüste:
Ich habe es selbst gesehn / wie Er das Creutze küßte:
Auf das sein Cörper sanck / und mit dem kuß verschied /
Wie man die Leich umbriß / wie man durch jedes glied
Die stumpfen Dolchen zwant / wie JESUS letzte gaben /
Sein thewres fleisch und blutt / die matte Seelen laben /
Die ein verschmachtend Hertz in letzer angst erfrischt:
Mit Keyserlichem Blutt / (O grewell) sind vermischt. (176)

Calling for death; only comes to those in peace
Theodosia: ... Wo fern die Erde taub: kom du / gewündschter todt!
Du ende schwartzer angst! du port der wilden noth!
Wir ruffen dem umbsonst / der die betrübten meidet:
Und nur den Geist antast der keine drangsal leidet / (176)

Fate of self-annointed leaders
1. Verschworener: Wer zweifelt?
Theodosia: Hört uns an! wer setzt euch in die macht?
Wer traw't euch dieses Schwerdt? wer hat euch so begabet?
Wer traw't euch dieses Schwerdet? wer hat euch so begabet?
Daß irh / die ihr vor nichts / nun mehr den alles ha et:
Wer? Der den ihr nur schmäht. Alß er mit höchster pracht
Euch neben sich erhub und schier zuu Göttern macht /
Wer war er? ein Typrann? Ihr sung't mit andern zungen.
Itzt / nun das Bubenstück / nun euch der mord gelungen:
Heist er: Ich weiß icht wie? so lang ein Früste giebt.
Und die / die es nicht werth / als wolverdiente liebt.
Und aller geitz mit Gold und Ehren sucht zu stillen:
Den muss sein lob das Reich / sein Ruhm die welt erfüllen.
So beld er nicht mehr schenckt / ja nicht mehr schencken kan /
So bald er auffruhr strafft / steckt euch die untrew an. (179)

Life after death
Theodosia: Meynt ihr / daß Leo todt? Er lebt in diesem Hertzen:
Und ruffet rach' an uns. Wir sind durch seine schmertzen /
Durch seine wund entleibt. Sein Geist is der uns regt
Der athem schöpfft in uns. Der diese faust bewegt... (180)

Angelika Friedrich

References:

Arnold, Heinz Ludwig (Ed.), Andreas Gryphius: Gesammelte Werke.
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